
Nach dem Mord an Hrant Dink haben die Sicherheitskräfte in Ankara und Diyarbakir aufgrund von mutmaßlichen Anschlagsplänen gegen den DTP-Vorsitzenden Ahmet Türk und den Oberbürgermeister von Diyarbakir, Osman Baydemir, ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht.
Bereits vor wenigen Monaten sollen Anschlagspläne gegen
Baydemir von der Polizei vereitelt worden sei. Die Pläne
wurden vor der Öffentlichkeit geheim gehalten, es soll aber
Verhaftungen in dem Zusammenhang gegeben haben. Polizeischutz hatte
Baydemir mit dem Verweis abgelehnt, er verfüge über
eigene Bodyguards. Im Mai 2005 hatte Resul Sürer, der
für den illegalen Geheimdienst JITEM als Informant
tätig war, sich der Polizei gestellt und offentbart, der JITEM
habe ihm 500 Milliarden Lira für den Mord an Baydemir
angeboten. Weil er den Anschlag nicht ausgeführt habe,
fürchte er sich jetzt vor der Geheimdienstorganisation und
forderte Polizeischutz.
Im September 2006 stellte sich Tarkan Coskun der Polizei in Istanbul,
erklärte, er sei Mitglied der Türkischen
Rachebrigaden (TIT) und habe in Diyarbakir die Örtlichkeiten
für einen Anschlag auf Baydemir ausgespäht.
Später habe er dieses Vorhaben aufgegeben und fordere jetzt
Polizeischutz, weil er sich vor den TIT fürchte.
Quelle: ANF, 08.03.2007, ISKU