
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
diese Ausgabe des Kurdistan Reports erscheint zwischen dem 15. Februar und dem 21. März. Zwei Tage, die für die Kurdinnen und Kurden von großer Bedeutung sind. Am 15. Februar 1999 wurde Abdullah Öcalan völkerrechtswidrig in die Türkei verschleppt. Ein schwarzer Tag für das kurdische Volk. Trotzdem ist die Verbundenheit mit ihm ungebrochen. Am 12. Februar 2005 demonstrierten wieder Tausende Menschen für seine Freilassung in Straßburg, und in diesen Tagen führen vielfältige Aktionen der Bevölkerung auf den kurdischen Straßen zu brutaler Polizeireaktion.
Der 21. März, der Tag des Newroz-Festes, steht für das Licht, das die Finsternis der Unterdrückung und des Krieges durchbricht. Auch in diesem Jahr werden wieder verschiedenste Menschenrechtsdelegationen nach Kurdistan aufbrechen, um sich dort ein Bild über die Lage zu machen und in Kontakt mit der Friedens- und Demokratiebewegung Kurdistans zu treten.
Ein Schwerpunkt in dieser Ausgabe ist wieder die Situation im Irak.. Die dubiose Wahl im Irak hat zunächst gezeigt, dass die WählerInnen ihrer ethnischen und religiösen Herkunft entsprechend gewählt haben und es einem Großteil der angetretenen Parteien und Allianzen vor allem um die Teilhabe an der zukünftigen Macht im Irak ging. Ob die Wahl ein Beitrag für demokratische und friedliche Verhältnisse im Irak war, bleibt zu bezweifeln. Viel hängt davon ab, inwieweit sich nicht-religiöse und demokratische Kräfte durchsetzen können.
Die “Partei für eine demokratische Lösung in Kurdistan” (PÇDK) wurde in ihrem Wahlkampf massiv behindert und konnte leider ihre gesteckten Wahlziele nicht erreichen.
Die Zukunft der Kurdinnen und Kurden steht im engen Zusammenhang mit der gefahrvollen Entwicklung des Nationalismus in der Region. Darauf geht auch Abdullah Öcalan in einem Gespräch mit seinen AnwältInnen ein, welches sich auszugsweise in dieser Ausgabe wiederfindet.
In Europa hält der Kurs der Repression gegen Kurdinnen und Kurden an. So wurde der stellvertretende Vorsitzende des Kongra-Gel, Dr. Remzi Kartal, in Nürnberg festgenommen und soll an die Türkei ausgeliefert werden.
In Holland ist seit einigen Monaten eine extreme Verschärfung der staatlichen Maßnahmen gegen die kurdische Bewegung zu verzeichnen. War das Verhältnis zwischen dem niederländischen Staat und den KurdInnen früher durch einen gemeinsamen Dialog geprägt, gleicht sich die niederländische Regierung in ihrem Verhalten dem Deutschlands an. Ein Gastbeitrag der Kurdistan-Solidarität Holland beschreibt die Situation dort.
Auch die Situation in Europa macht also demokratische und emanzipatorische Initiative nötig.
In unserer letzten Ausgabe ist uns leider ein großer Fehler unterlaufen: Auf Seite 39 haben wir der “Partei des freien Lebens in Kurdistan” (PJAK) eine falsche Internetpräsenz zugeordnet. Informationen über Ostkurdistan und die PJAK gibt es unter: www.rojhilat.com. Leider im Moment noch nicht auf Deutsch oder Englisch. Für unsere Ungenauigkeit bitten wir um Entschuldigung.
Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern ein lebendiges Newroz-Fest.
Mit freundlichen Grüßen
Kurdistan Report
http://www.nadir.org/nadir/periodika/kurdistan_report/