AP-Die verbotene Kurdische Arbeiterpartei (PKK) hat am Samstag einen weiteren einseitigen Waffenstillstand angekündigt. Vom (dem morgigen) Sonntag an werde die Gruppe auf bewaffnete Auseinandersetzungen im Kampf um mehr Autonomie im Südosten der Türkei verzichten, berichtete die pro-kurdische Nachrichtenagentur Firat auf ihrer Web-Site. Die PKK folgt damit einem Aufruf des inhaftierten Rebellenführers Abdullah Öcalan, der die Aufständischen am Mittwoch aufgefordert hatte, sich um eine friedliche und demokratische Lösung zu bemühen.
Demokratischer Prozess
Laut Firat wollen PKK-Mitglieder nur noch zu den Waffen greifen, wenn
sie von Soldaten angegriffen werden. Die PKK hoffe auf den Beginn eines
demokratischen Prozesses bei der Lösung des kurdischen
Problems, hieß es weiter.
Die türkische Regierung hat die bisherigen
Waffenstillstandserklärungen der PKK ignoriert und
erklärt, sie verhandle nicht mit Terroristen. Die bisher
längste einseitige Waffenruhe der PKK hielt nach der Festnahme
Öcalans 1999 fünf Jahre. Die letzte
Ankündigung im vergangenen Jahr wurde nach gut einem Monat
wieder gebrochen.
Angriffe und
Anschläge
Angriffe und Anschläge der Rebellen haben in den vergangenen
Wochen mehr als ein Dutzend Polizisten und Soldaten das Leben gekostet.
Am Samstag wurde bei einer Minenexplosion im Südosten der
Türkei ein Soldat getötet, ein weiterer wurde
verletzt, wie die private Nachrichtenagentur Dogan berichtete. Seit
1984 sind dem Konflikt rund 37.000 Menschen zum Opfer gefallen.
30.09.2006