Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin 12.01.2008 Demonstration am Samstag 26. Januar um 14 Uhr auf dem Hermannplatz, Berlin
Liebe Freundinnen und Freunde, Genossinnen und Genossen, wir wollen
Euch zu unserer Kundgebung und Demonstration „Stoppt den
Krieg in
Kurdistan“ am Samstag 26.Januar in Berlin einladen. Aktueller
Anlass
sind die fortgesetzten Angriffe der türkischen Armee und
Luftwaffe auf
Dörfer und mutmaßliche Camps kurdischer
Freiheitskämpfer in
Südkurdistan (Nordirak). Die USA als Besatzungsmacht im Irak
haben
grünes Licht für diese völkerrechtswidrigen
Angriffe gegeben und
unterstützen sie mit Geheimdienstinformationen über
die Angriffsziele.
Auch
in den kurdischen Gebieten der Türkei werden die
Militäroperationen
fortgesetzt. Gleichzeitig läuft ein Verbotsverfahren gegen die
mit
einer Fraktion im türkischen Parlament vertretene kurdische
Partei für
eine Demokratische Gesellschaft an.
Während die PKK und die
DTP Pläne für eine politische Lösung der
kurdischen Frage vorgelegt
haben, dessen Kernpunkte eine Autonomie der kurdischen Landesteile im
Rahmen der Republik Türkei und eine Generalamnestie
für alle
politischen Gefangenen und Verfolgten sind, hat
Staatspräsident
Abdullah Gül zum wiederholten Mal jede Form von
Friedensverhandlungen
mit der als „terroristisch“ bezeichneten PKK
zurückgewiesen.
Auch
die Bundesrepublik, in der rund 800.000 kurdischstämmige
Bürgerinnen
und Bürger leben, ist Kriegspartei. Viele der Panzer, die von
der
türkischen Armee in Kurdistan eingesetzt werden, stammen aus
deutscher
Lieferung. Politisch aktive Kurdinnen und Kurden werden aufgrund des
seit 1993 bestehenden PKK-Verbots verfolgt. Zuletzt ging die Berliner
Polizei kurz vor Weihnachten gegen Jugendliche vor, weil sie am Rande
einer Kundgebung vor dem US-Konsulat den kurdischen
Volksführer
Abdullah Öcalan hochleben ließen.
Mit den
Terrorismusparagraphen §129a und b werden verstärkt
türkische
kommunistische Linke in Deutschland verfolgt. So gab es Anfang Dezember
eine Großrazzia gegen mutmaßliche Mitglieder der
maoistischen TKP/ML.
Mehrfach wurden in den letzten Monaten türkische und kurdische
Politikerinnen und Politiker aufgrund internationaler Haftbefehle der
Türkei in Auslieferungshaft genommen, so zuletzt der
Schriftsteller
Kemal Kutan.
Das Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin, in dem
sich deutsche, türkische und kurdische Linke
zusammengeschlossen haben,
ruft deshalb zu einer Demonstration vom Hermannplatz in
Neukölln zum
Kottbusser Tor in Kreuzberg auf. Im Dezember war eine ähnliche
Demonstration von der Polizei mit der rassistischen Begründung
verboten
worden, an dieser Strecke wohnten viele Bürgerinnen und
Bürger
türkischer Herkunft. Daher drohten gewaltsame
Auseinandersetzungen.
Weil – wie bei den pogromähnlichen Ausschreitungen
Ende Oktober - die
Gefahr von Übergriffen faschistischer Grauer Wölfe
bestehe, sollen
Kurdinnen und Kurden nach Meinung der Berliner Polizei nicht in
Kreuzberg demonstrieren.
Wir bitten Euch, unsere Demonstration
bekannt zu machen, zu unterstützten und natürlich
daran teilzunehmen.
Lasst die Kurdinnen und Kurden in Berlin nicht alleine. Hoch die
internationale Solidarität.
Mit besten Grüßen
Kontakt: kurdistansolikom@gmx.de
Handy: 0151-56618652
Vorläufige
Plattform des Kurdistan-Solidaritätskomitees Berlin
Die Lösung der kurdischen Frage ist eine
Schlüsselfrage für die Zukunft des Nahen- und
Mittleren Ostens. Gleichzeitig leben rund 800.000
kurdischstämmige Migrantinnen und Migranten in Deutschland.
Das Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin wurde von kurdischen,
türkischen und deutschen Organisationen und Einzelpersonen
gegründet und ist offen für jeden, der seine Ziele
unterstützt. Das Komitee will mit politischer
Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit auf die schweren
Menschenrechtsverletzungen in den verschiedenen Teilen Kurdistans und
die Verfolgung politisch aktiver Kurdinnen und Kurden in Deutschland
hinweisen. Besonders betont es dabei die Beihilfe des deutschen Staates
und der deutschen Wirtschaft zur fortdauernden Unterdrückung
der Kurdinnen und Kurden. Es fordert einen Stopp der Waffenlieferungen
an die Türkei und thematisiert die Unterstützung der
türkischen Politik durch deutsche Politikerinnen und
Politiker.
Das Kurdistan-Solidaritätskomitee setzt sich für das
Selbstbestimmungsrecht des kurdischen Volkes ein. Die Kurdinnen und
Kurden müssen selbst darüber entscheiden
können, wie sie mit ihren Nachbarvölkern- und
-staaten zusammenleben wollen.
Das Kurdistan-Solidaritätskomitee tritt für das Ziel
Nahen- und Mittleren Ostens ein, in dem die Menschen der Region ohne
Einmischung auswärtiger Großmächte und
einheimische reaktionären Regimes frei über ihre
Zukunft entscheiden können, gleichberechtigten Zugang zu den
Ressourcen haben und die Rechte aller ethnischen und
religiösen Minderheiten gewahrt werden.
Das Kurdistan-Solidaritätskomitee tritt für die
demokratischen Rechte der hier lebenden kurdischen Bevölkerung
und deren Recht auf politische Organisationen und Aktivitäten
ein. Daher muss das PKK-Verbot aufgehoben und die Kriminalisierung von
politisch aktiven Kurdinnen und Kurden beendet werden. Das
Kurdistan-Solidaritätskomitee wendet sich gegen den Abbau
demokratischer Grundrechte und die Schaffung eines
Überwachungsstaates im Namen der
Terrorismusbekämpfung. Die Stigmatisierung von
emanzipatorischen und Befreiungsbewegungen durch Terrorlisten von EU
und USA muss gestoppt werden.
Das Kurdistan-Solidaritätskomitee setzt sich für die
demokratischen und sozialen Rechte aller in Deutschland lebenden
Arbeitsemigrantinnen und Arbeitsemigranten sowie Flüchtlinge
ein. Hierzu gehört das uneingeschränkte Recht auf
Asyl für politisch oder wegen ihrer ethnischen
Zugehörigkeit verfolgte Menschen, sowie ein Abschiebe und
Auslieferungsstopp an die Verfolgerstaaten.
Das Kurdistan-Solidaritätskomitee tritt für die
Geschwisterlichkeit der Völker und ein friedliches und
gleichberechtigtes Zusammenleben aller hier lebender Menschen
ungeachtet ihrer Herkunft, Hautfarbe, Nationalität oder ihres
Glaubens ein. Es wendet sich gegen jede Form von Rassismus und
Faschismus, gleich ob dieser von türkischen „Grauen
Wölfen“ oder deutschen Neonazis ausgeht.
Das Kurdistan-Solidaritätskomitee sieht sich als Teil der
weltweiten Antikriegsbewegung. Es lehnt Militarismus, Imperialismus und
Eroberungskriege ebenso ab, wie jede Form von Kolonialismus und
Fremdherrschaft.
Für diese Ziele tritt das
Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin ein:
- Schluss mit der Kriminalisierung politisch aktiver Kurdinnen und
Kurden in Deutschland – Weg mit dem PKK-Verbot!
- Schluss mit der Militärhilfe für die
Türkei!
- Grenzen auf für Flüchtlinge - Keine Abschiebungen
und Auslieferungen an Verfolgerstaaten!
- Nein zum Überwachungsstaat – für die
Abschaffung der Terrorparagraphen 129, 129a und b und der
EU-Terrorliste!
- Freiheit für Abdullah Öcalan und alle politischen
Gefangenen weltweit!
- Gegen Rassismus und antikurdische Hetzte - Für die
Geschwisterlichkeit der Völker - Gegen Militarismus,
Imperialismus und Kolonialismus! Freiheit und Selbstbestimmung
für die Kurdinnen und Kurden!
Dem Kurdistan Solidaritätskomitee Berlin gehören
bisher u.a. an:
Navenda C.D. Kurd
Antifaschistische Revolutionäre Aktion Berlin [ARAB]
Gruppe Arbeitermacht
Revolution
Marxistische Initiative
Unabhängige Jugendorganisation Revolution
Netzwerk Linke Opposition Berlin
Antiimperialistische Front Berlin
sowie türkische, kurdische und deutsche Einzelpersonen