
Seit nun schon mehr einem Monat ist der einseitige Waffenstillstand des
kurdischen Guerillas beendet worden. Er war nicht mehr sinnvoll
erschienen, nachdem der türkische Staat tausende politische
Aktivistinnen inhaftieren ließ, unter ihnen auch viele Kinder und
Jugendliche. Massive Bodenluftoperationen mit dem Ziel der Vernichtung
der kurdischen Guerilla, Das Verbrennen und Zerstören dutzender Dörfer
in Nord- Südkurdistan, die zunehmende Zahl von Folterfällen und
extralegale Hinrichtungen machten ein fortdauern einer einseitigen
Waffenruhe unmöglich.
Das türkische Militär greift immer mehr zu schmutzigen Kriegstaktiken und rächt sich an der kurdischen Bevölkerung, den gefangenen und gefallenen Aktivistinnen und Guerillas grausam. So sind Fälle in den letzten zwei Wochen mehr als 20 Fälle von Zerstückelung, Misshandlung bis hin zu Missbrauch der Körper gefallener Guerillas zu verzeichnen. Erst letzte Woche wurden in Siirt und Şemdinli die Körper von etlichen gefallenen Guerillas verstümmelt und insbesondere die Leichname der drei Frauen auch sexuell von Soldaten angegriffen.
Aber auch die Repression gegen Zivilistinnen nimmt zu: So ist immer öfter zu beobachten, dass Soldaten nach Guerillaangriffen Passantinnen, Häuser, Autos, Busse und andere zivile Einrichtungen beschießen. Dabei starben in den letzten Wochen etliche Zivilistinnen, die meisten im Alter von über 60 Jahren. Weiterhin bombardieren türkische Flugzeuge und Hubschrauber, die der Guerilla nicht habhaft werden können, Weiden, Nutztierherden und Dörfer in Nord- wie auch in Südkurdistan. Durch die Strategie des türkischen Militärs sind im letzen Monat etliche Zivilistinnen unter ihnen auch Kinder getötet worden. Soldaten, die in Hatay unterwegs zu einer Operation waren, eröffnen am 28.06.2010 um 10:00 Uhr morgens das Feuer auf Dorfbewohnerinnen, die sich auf einer Alm aufhielten um Thymian zu pflücken. Zwei Dorfbewohner 61 und 62 Jahre alt, sterben und ein 75-Jähriger wird verletzt.
In den letzten zwei Jahren wurden im Kandil über 36 Dörfer zerstört und auch in Nordkurdistan brannte das türkische Militär am 23. Juni drei Dörfer und große Nutzflächen nieder, in anderen Regionen Nordkurdistans wurden etliche Dörfer dieses Jahr geräumt und vermint. Der türkische Staat schließt damit an seine terroristischen Praxen der 90er Jahre an bei denen über 4000 Dörfer zerstört wurden. Nicht nur Dörfer und Ansiedlungen sind im Visier des türkischen Militärs, in mindestens acht verschiedenen Regionen wurden Wälder und Felder in Brand gesetzt, so wird gezielt die Natur und die ökonomische Grundlage der Menschen in der Region vernichtet.
Bei mehreren dieser Angriffe sprechen Augenzeugen ganz klar vom Einsatz chemischer und biologischer Kampfstoffe. So wurden mehrfach in der Region Dersim Phosphorbomben abgeworfen, Wälder im Kandil wurden mit Napalm in Brand gesetzt und viele BewohnerInnen der Region klagen über gesundheitliche Probleme nach den Bombardierungen, die ebenfalls den Verdacht des Einsatzes biologischer Waffen nahe legen.
Es muss endlich Schluss sein mit den Operationen, den Übergriffen und Folterungen! Es muss endlich Schluss sein mit dem Krieg, den Bombardierungen und Dorfzerstörungen!Der kurdische Widerstand ist weder durch Waffen noch Soldaten zu brechen – Für eine politische Lösung - Stoppt die Militäroperationen gegen die kurdische Bevölkerung! Schluss mit der Unterstützung der europäischen Staaten für den schmutzigen Krieg in Kurdistan!